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IG Saubere Energie Berlin

Für eine zukunftsweisende Energieversorgung.

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Kraftwerksneubau KLINGENBERG

Unser Zuhause ist in Gefahr!

Die Vattenfall Europe AG ist hauptsächlicher Strom- und Wärme-Energieversorger für Berlin und betreibt u.a. die zwei großen Ost-Berliner Heizkraftwerke (HKWs) Mitte und Klingenberg. Sie liefern im Verbund die Wärmeenergie für das Fernwärmenetz Ost und erzeugen dabei auch elektrischen Strom mit dem ressourcenschonendem Prozess der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Das Kraftwerk Mitte gehört zu den effizientesten HKWs in Europa. An den zwei anderen Ost-Berliner Kraftwerks-Standorten Klingenberg und Rhinstraße will Vattenfall nun auch modernisieren, was zunächst einmal positiv zu werten ist.

Der erste Anlauf sah für Klingenberg den Neubau eines Steinkohle-Kraftwerks vor. Massiver Bürgerprotest mit der „BI gegen das Kohlekraftwerk“ (Vorläufer der jetzigen IG Saubere Energie) hat Vattenfall damals zum Einlenken gebracht und der BI den Umweltpreis Berlin 2009 für ihren Einsatz gegen das Kohlekraftwerk und das massive Versenken von Steuergeldern in überholte Technik.

Inzwischen  hat Vattenfall am Standort Klingenberg einen Bauantrag für ein GuD-Heizkraftwerk (Gas-und-Dampfturbinen-Betrieb) gestellt, das 2016 in Betrieb gehen soll. Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme dieses GuD-HKW-Blocks sollen hier noch 2 mit Holzhackschnitzeln zu betreibende Biomasse-HKW-Blöcke entstehen.

Für den Standort Rhinstraße ist ein identischer GuD-HKW-Block wie für Klingenberg vorgesehen.

Warum, fragt man sich dann aber, beabsichtigt Vattenfall nun den Bau von 3 GUD-HKWs (einschließlich Lichterfelde), wenn doch die Wärmeerzeugung mit Gas (s. Kapitel zum HKW Klingenberg) als unrentabel eingestuft wird?

Das Kraftwerk Klingenberg ist seit 1926 als thermisches Kraftwerk in Betrieb. Ein Großteil der Baukörper steht unter Denkmalschutz. Seit den 1970er Jahren ist aber der technische Betrieb bereits mehrfach grundlegend erneuert worden. Zunächst wurde auf Öl- bzw. Gasbetrieb umgestellt, die jetzt noch vorhandenen Entnahme-Gegendruckturbosatz-Anlagen sind 1983 in Betrieb genommen worden. Als der Betrieb mit Öl/Gas während der 2. Ölkrise Ende der 1980er Jahre zu teuer wurde, sind zusätzlich Kohlekessel einschließlich Rauchgas-Entschwefelungsanlage installiert und 1990 in Betrieb genommen worden. Diese werden – auch jetzt immer noch - mit Lausitzer Braunkohle befeuert, um die Wärmeenergie für unsere, ans Fernwärmenetz angeschlossenen Wohnungen/Häuser zu erzeugen.

Wenn in der heizungsfreien Jahreszeit weniger Wärme benötigt wird, wird der Betrieb in Klingenberg heruntergefahren. Und lediglich dann, im Sommer, wenn die jährliche über Wochen dauernde Revision der Kohlekessel/Rauchgas-Entschwefelungsanlage ansteht, werden die mit Erdgas befeuerten Gaskessel genutzt.

Wenn es nicht um den Profit gehen würde, könnte das HKW Klingenberg also von heute auf morgen auf den wesentlich umweltfreundlicheren Gasbetrieb umgestellt werden. Damit würde sofort eine Reduktion der CO2-Emissionen um 50% erreicht.

Aber Lausitzer Braunkohle aus eigenem Tagebau ist eben billiger, Umwelt ade!

Das Problem ist nicht, dass Vattenfall gemäß Bauantrag in Klingenberg einen modernen GuD-HKW-Block errichten möchte. Gegen ein GuD-Heizkraftwerk, das voll mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeitet, so wie es Vattenfall selbst in seinem Besucherzentrum (Blockdammweg 1, 10317 Berlin) darstellt, ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber bei Klingenberg wird getrickst.

Die jetzige Stromproduktion ist an die Wärmeerzeugung gekoppelt (KWK) und deshalb vor allem im Sommer gering. Das rechnet sich nicht, also soll mehr Strom produziert werden. Das Kraftwerk soll ganzjährig auf Volllast fahren und über die längste Zeit des Jahres „normalen“ Kondensations- statt KWK-Strom produzieren. Die allenthalben umweltpolitisch geforderte Kraft-Wärme-Kopplung fällt dann aus. Doch alle aus dieser Betriebsweise resultierenden Nachteile für die Umwelt und die angrenzenden Wohnbezirke werden in Kauf genommen:

- Die ungenutzte noch vorhandene Abwärme wird über Kühlaggregate (Kühltürme, Zellenkühlsysteme etc.) direkt und indirekt in die Umwelt freigesetzt. Dabei wird zur Rückkühlung des Prozessdampfes (in geschlossenem Kühlsystem) äußerlich Frischwasser eingesetzt, das sich dabei selbst stark erwärmt, zum Teil verdunstet und als Tröpfchen - die den Tropfenabscheider passieren können - mit dem starken, durch Ventilatoren in den Kühlsystemen erzeugten Luftstrom mitgerissen wird (Schwadenbildung).

-Das führt einmal zu enormen Wasserverlusten aus dem Kühlprozess in die Umwelt, die ständig ausgeglichen werden müssen (in Klingenberg aus der Spree).

-Zum anderen beeinträchtigen die Dampfschwaden die Kraftwerksumgebung umso mehr, je geringer die Höhe des Kühlaggregates ist. Das im Bebauungsplan in Abänderung des ursprünglich geplanten hohen Kühlturms vorgesehene Ventilator-Nass-Zellenkühler-Feld wird seine Dampfschwaden aus etwa 25 m Höhe direkt zu den benachbarten Wohngebieten entlassen und dort für überwärmte Sommernächte sorgen.

-Das HKW-Klingenberg liegt ziemlich dicht an der Spree. Die in relativ geringer Höhe austretende Wärme (und Schwaden) wird nicht ohne negativen Einfluss auf die Kaltluftversorgung entlang des Spreetals in Richtung Stadtzentrum bleiben.

(kann genauer nachgelesen werden im ausführlichen Text unter „Infos“)

STANDPUNKT mit Gegenvorschlägen zur Vattenfall - Modernisierung seiner Fernwärme-Erzeugung im Verbundnetz Ost (präzisiert 17.04 2012 / P6., Autor P. Kamps)

mit je einem neuen GuD-Heizkraftwerksblock an den HKW-Standorten Marzahn / Rhinstrasse 70 mit Luft-Kondensatoren und Klingenberg / Köpenicker Chaussee 41-42 mit Ventilator-Nass-Zellenkühlern

1. Die Folgen des Klimawandels in Berlin zwingen zu minimalen CO2-Ausstößen
Im Land Berlin muss vorrangig der Wärmebedarf rigoros reduziert und der reduzierte Bedarf mit minimiertem
CO2-Ausstoß gedeckt werden.
 
2. Für Berlin bleibt minimaler CO2-Ausstoß ein unerlässliches realistisches Ziel
Die Alternative der IG SAUBERE ENERGIE BERLIN zur geplanten Vattenfall-Lösung ist ein Gasturbinen-Dampfturbinen-Heizkraftwerksblock mit Heiz-Entnahme-Gegendruckdampfturbine und Heizkondensatoren für mehrstufige Wiederaufwärmung des Fernwärmerücklaufwassers.
 
3. Zusätzliche Vorteile der alternativen Lösung durch Aussetzerbetrieb in Berlin
Die IG-Alternative nutzt einen Dampfturbinentyp, der im Vergleich zur Vattenfall-Lösung wärmeelastischer konstruiert wird. Damit ist der Gasturbinen-Dampfturbinen-Heizkraftwerksblock mit Heiz-Entnahme-Gegendruckdampfturbine der bisherigen Vattenfall-Lösung auch bezüglich der Parameter Startzeit (aus hochtourigem Törnbetrieb bis Maximallast) und Belastungsänderungsgeschwindigkeit überlegen.
 
4. Ins Zentrum des Fernwärme-Verbundnetzes Ost gehören zwei GuD-HKW-Blöcke
Der Heizkraftwerksstandort Marzahn / Rhinstraße 70 ist im Verbundnetz Ost am günstigsten platziert.
Die IG SAUBERE ENERGIE BERLIN fordert für das wichtigste GuD-HKW im Verbundnetz Ost von Berlin aus sicherheits-technischen, ökologischen und ökonomischen Überlegungen zwei baugleiche hocheffiziente GuD-HKW-Blöcke mit Heiz-Entnahme-Gegendruckdampfturbinen sowie mit ausreichend dimensionierten Luft-Hilfskühlern und Fernwärme-speichern für häufigen Aussetzerbetrieb.
 
5. Wegen geringer Sommerlast ist ein GuD-HKW Klingenberg fehl am Platz
Die Klimaschutzvereinbarung vom 08.10.09 benennt den Fernwärmebedarf im Verbundnetz Ost mit maximal 1.700 MWth; der Sommerbedarf beträgt nur rund 10% dessen, demzufolge ~ 170 MWth über mindestens 6 Monate. Wegen der Größe des Verbundnetzes Ost müssen diese 170 MWth allerdings mit KWK-Anlagen aller drei Ostberliner Heizkraftwerke (Marzahn / Rhinstraße 70, Mitte und Klingenberg) gedeckt werden.

- Informieren Sie sich, es geht womöglich auch im Ihre und die Gesundheit Ihrer Kinder

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